Der Neufundländer - ein sanfter Riese für die Familie

Kopf eines Neufundländers - © CC0 - Pixabay - Maximilliane

Der Neufundländer ist der perfekte Familienhund. Er hat ein liebenswertes, sanftes und anhängliches Wesen. Am liebsten verbringt er seine Zeit ganz nah bei seiner Familie und möchte immer dabei sein. Wurde er positiv sozialisiert, versteht er sich in der Regel ganz hervorragend mit Kindern und anderen Haustieren. Auch bringt er eine angeborene Liebe für Wasser mit. Aufgrund seiner hohen Intelligenz und der Fähigkeit selbstständig zu denken und zu handeln, eignet er sich ganz besonders für die professionelle Arbeit in der Wasserrettung. Er besitzt sogar angeborene Schwimmhäute zwischen den Zehen. Trotz seiner Intelligenz und seiner Anhänglichkeit darf man jedoch keinen Kadavergehorsam erwarteten. Natürlich lässt sich ein Neufundländer erziehen und ausbilden, jedoch keinesfalls mit Zwang, sondern mit Geduld, Humor, positiver Verstärkung und viel Liebe. Rüden erreichen durchschnittlich eine Höhe von 71 cm bei einem Gewicht von 68 kg. Die Größe von Hündinnen liegt bei etwa 66 cm bei einem Gewicht von 54 kg.

Neufundländer auf Wiese vor einem Wald - © stock.adobe.com / sunday pictures / #138363371

Die Herkunft des Neufundländers

Die kanadische Insel Neufundland ist der Ursprung der heutigen Rasse.

Er entstand aus Kreuzungen von einheimischen Hunden und dem um das Jahr 1100 von den Wikingern eingeführten, schwarzen Bärenhund. Auch wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder europäische Hunderassen der Fischer eingeführt, welche die Entstehung des heutigen Neufundländers beeinflussten. Die robusten Hunde der Micmac- und Beothuk-Indianer nahmen ebenfalls Einfluss. Um das Jahr 1610 herum, zum Zeitpunkt der Kolonialzeit, sind Aufzeichnungen von Hunden bekannt, die starke Ähnlichkeiten der heutigen Rassenmerkmale aufwiesen. Sowohl äußerlich als auch charakterlich veränderte sich der Neufundländer nurnoch wenig. Er wurde aufgrund seiner robusten Gesundheit und seiner besonderen Witterungsunempfindlichkeit gerne als Zughund, Lastenhund und auch als Wasser- und Rettungshund der Fischer eingesetzt. Erstmals namentlich erwähnt wurde die Rasse im 18 Jahrhundert vom englischen Kapitän Cartwright, welcher die damaligen Arbeitstiere als "Newfoundland Dogs" bezeichnete. Die Rasse wurde offiziell 1860 anerkannt. Im gleichen Jahr wurde der erste Neufundländerclub in den USA gegründet.
 
Neufundländer im Schnee - © CC0 - Pixabay - inside4

Die Haltung des Neufundländers

Der Neufundländer ist in der Regel ein unkomplizierter Begleiter, welcher sich seiner Familie anpasst. Dennoch braucht er regelmäßigen Auslauf, ausreichend Auslastung und vor allem auch eine Beschäftigung die seinen Kopf fördert. Regelmäßige, lange Spaziergänge, Wassersport und vielleicht sogar eine Ausbildung zum Rettungshund stimmen ihn zufrieden. Aufgrund seines Wesens werden Neufundländer immer häufiger auch als Therapiehunde in Schulen, Altenheimen oder in Behindertenwerkstätten eingesetzt. Der geduldige und sanfte Neufundländer passt wunderbar zu einer Familie mit Kindern.
Aufgrund seiner Größe und seinem hohen Gewicht sollte er jedoch nicht allzu viele Treppen steigen, um seine Hüft und Kniegelenke nicht zu belasten. Eine kleine Wohnung im dritten Stock ist nichts für einen Neufundländer. Er braucht ausreichend Platz, im Idealfall in einem ebenerdigen Haus mit Garten in ländlicher Umgebung. Aufgrund seines sanften und anhänglichen Wesens sollte die Zwingerhaltung für den Neufundländer tabu sein. Er muss zwar nicht mit im Bett schlafen, möchte aber dennoch nah bei seiner Familie leben und sich als vollwertiges Familienmitglied fühlen. Als Wachhund ist der Neufundländer weniger geeignet. Auch von einer Schutzhundeausbildung sollte man unbedingt absehen. Aufgrund seines dichten Fells verträgt ein Neufundländer große Hitze nur bedingt. Er ist kein Hund, der bei 28 Grad mit Joggen geht. Bei Hitze sollten ihm ganztags ein kühles Plätzchen zur Verfügung stehen. Der Winter und die kühleren Tage sind sein Element. Er ist entsprechend seiner Herkunft extrem gut gegen Kälte und widrige Witterungsbedingungen gerüstet. 
 
Neufundländer - © stock.adobe.com / CALLALLOO CANDCY / #16091985

Die Pflege des Neufundländers

Sein Fell benötigt nur wenig Pflege und neigt kaum zum Verfilzen. Regelmäßiges, kurzes Bürsten genügt in der Regel. Während des Fellwechsels verliert er recht viel Unterwolle und kann beginnen stark zu haaren. Während dieser Zeit sollte er durch regelmäßiges Bürsten von Überschüssiger Wolle befreit werden.
Neufunfländer läuft auf Wiese - © stock.adobe.com / hemlep / #51467084

Typische Krankheiten des Neufundländers

Wer seinen Neufundländer von einem seriösen Züchter übernimmt, kann das Risiko einiger typische Erberkrankungen bereits minimieren. Dennoch neigt der Neufundländer besonders zu Erkrankungen des Knochengerüsts, von welchen viele Hunde dieser Masse betroffen sind. HD und ED treten gehäuft auf. Auch neigt der Neufundländer zu Knochenkrebs und einer krankhaften Verdickung des Herzmuskels. Magendrehungen treten gelegentlich auf. Darauf muss, was die Fütterung angeht, besonderes Augenmerk gelegt werden. Leider ist auch die Lebenserwartung von Riesenrassen, zu welchen auch der Neufundländer gehört, verhältnismäßig gering. Statistisch gesehen sterben 22% aller Neufundländer vor dem Alter von 5 Jahren. 
Neufundländer am Strand - © stock.adobe.com / sunday pictures / #139686437

Einen Neufundländer adoptieren

Der Neufundländer ist wahrlich eine ganz besondere Hunderasse mit einer langen, traditionsreichen Geschichte. Leider neigt er zu rassetypischen und teilweise schweren Erkrankungen. Seine Durchschnittliche Lebenserwartung ist aufgrund dessen in der Regel nicht sehr hoch. Doch gibt es genauso viele gesunde und langlebige Neufundländer, welche viele Jahre treu an der Seite ihrer Besitzer leben. Wer sichergehen möchte ein gesundes und langlebiges Tier zu erwerben sollte unbedingt darauf achten, wo der Neufundländer herkommt. Ein Welpe aus unkontrollierter Hinterhofzucht sollte niemals, auch nicht aus Mitleid, gekauft werden. Soll es ein reinrassiger Hund vom Züchter sein, so sollte dieser dem VDH angeschlossen sein und nachweislich ausschließlich mit kerngesunden und wesensfesten Hunden züchten und auf extremen Riesenwuchs verzichten. Nur auf diese Weise kann Erbkrankheiten vorgebeugt werden. Nur auf diese Weise kann der Neufundländer die Rasse bleiben, für die er seit hunderten von Jahren geschätzt wird. Kerngesund, belastbar, gutherzig, hochintelligent und seiner Familie der beste Freund der Welt.